Englisch für den Beruf planen Sie realistisch, wenn Sie drei Dinge klären: in welchen Situationen Sie Englisch brauchen, auf welcher Stufe Sie heute stehen und wie viel Zeit Sie jede Woche verlässlich haben. Daraus entsteht ein Plan mit kleinen Zielen, die Sie nach einigen Wochen überprüfen. Ein Zertifikat lohnt sich, wenn ein Arbeitgeber oder eine Bewerbung danach fragt.
Zuerst die Situationen, dann die Grammatik
Schreiben Sie auf, wofür Sie Englisch in Ihrer Arbeit brauchen. Typische Situationen sind:
- E-Mails an Kundschaft, Lieferanten oder Kolleginnen im Ausland
- Telefonate und Videokonferenzen
- Präsentationen und Berichte im Team
- Verhandlungen und Absprachen zu Preisen, Fristen und Verträgen
- Fachtexte, Handbücher und Datenblätter lesen
- Gespräche am Rand, etwa auf Messen oder beim Mittagessen mit Gästen
Markieren Sie die zwei oder drei Situationen, die am häufigsten vorkommen oder Ihnen am meisten Sorgen machen. Sie geben die Richtung vor: Für E-Mails üben Sie Lesen und Schreiben, für Videokonferenzen Hören und Sprechen. Grammatik lernen Sie dort, wo sie Ihnen in diesen Situationen fehlt.
Wo Sie heute stehen
Ein Einstufungstest zeigt Ihre Stufe nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen, von A1 bis C2. Zusätzlich hilft eine ehrliche Selbsteinschätzung mit den Kann-Beschreibungen des Referenzrahmens: „Ich kann in einer Besprechung meine Meinung begründen“ oder „Ich kann einem Vortrag in meinem Fachgebiet folgen“.
Stellenanzeigen nennen selten eine Stufe. Sie schreiben „gute Englischkenntnisse“, „fließend“ oder „verhandlungssicher“. Als grobe Orientierung: Gute Kenntnisse meinen oft Englisch B1 bis B2, verhandlungssicher meint meist B2 oder Niveau C1. Fragen Sie im Vorstellungsgespräch nach, in welchen Situationen Sie Englisch brauchen werden. Die Antwort sagt mehr als jede Stufenangabe.
Wie viel Zeit Sie einplanen
Für eine ganze Stufe brauchen die meisten Erwachsenen eher Monate als Wochen, auch wenn sie regelmäßig lernen. Planen Sie deshalb in kurzen Abschnitten und richten Sie Ihre Zeit nach Ihrem Alltag, nicht nach guten Vorsätzen.
- Kurz und oft. Vier Mal pro Woche zwanzig Minuten, die stattfinden, bringen mehr als zwei Stunden am Sonntag, die ausfallen.
- Fester Platz im Kalender. Tragen Sie die Lernzeit ein wie einen Termin, zum Beispiel vor der ersten Besprechung oder in der Mittagspause.
- Wege nutzen. Im Zug oder Auto hören Sie Podcasts, Nachrichten oder Fachvorträge auf Englisch.
- Ziele, die Sie prüfen können. „Besser Englisch sprechen“ ist ein Wunsch. „In vier Wochen stelle ich mich und mein Projekt in einer Videokonferenz in fünf Sätzen vor“ ist ein Ziel.
- Alle paar Wochen nachsehen. Was klappt schon, was noch nicht? Passen Sie den Plan an, statt ihn aufzugeben.
Ein Wochenplan zum Anpassen
| Tag | Was Sie üben |
|---|---|
| Montag | 20 Minuten. Wörter aus Ihrem Fachgebiet sammeln und in eigenen Sätzen verwenden |
| Dienstag | 20 Minuten. Hören: einen kurzen Fachvortrag oder Podcast, danach drei Sätze dazu aufschreiben |
| Mittwoch | 20 Minuten. Schreiben: eine echte E-Mail aus Ihrer Arbeit entwerfen und überarbeiten |
| Donnerstag | 20 Minuten. Sprechen: ein typisches Gespräch laut durchspielen und aufnehmen |
| Freitag | 15 Minuten. Wiederholen: die Wörter der Woche aus dem Kopf abrufen |
Verschieben Sie die Schwerpunkte nach Ihren Situationen. Wer viel telefoniert, übt öfter Hören und Sprechen.
Wortschatz aus Ihrem Fachgebiet
Sammeln Sie Wörter dort, wo sie Ihnen begegnen: in E-Mails, Handbüchern, Verträgen und Besprechungen. Lernen Sie jedes Wort in einem Satz aus Ihrer Arbeit und wiederholen Sie mit wachsendem Abstand. Dieselben Regeln, mit denen Schülerinnen und Schüler Vokabeln behalten, gelten auch für Erwachsene; sie stehen im Artikel Englisch-Vokabeln lernen.
Achten Sie auf falsche Freunde, die im Beruf peinlich werden können: „become“ heißt werden, nicht bekommen. „Eventually“ heißt schließlich, nicht eventuell. „Chef“ ist auf Englisch der Koch, die Vorgesetzte heißt „manager“ oder „boss“.
Sprechen üben, auch ohne Gesprächspartner
- Laut lesen und aufnehmen. Hören Sie sich danach an: Wo stocken Sie, welche Wörter fehlen?
- Gespräche durchspielen. Ein Anruf bei einem Lieferanten, eine Rückfrage zu einer Rechnung, die Vorstellung im Team: Schreiben Sie sich drei Sätze für den Anfang auf und üben Sie sie laut.
- Verständlich vor fehlerfrei. Im Beruf zählt, dass Ihr Gegenüber Sie versteht. Ein kleiner Grammatikfehler stört dabei selten.
Welche Zertifikate Arbeitgeber kennen
Ein Zertifikat brauchen Sie, wenn eine Stelle, eine Weiterbildung oder ein Auslandsaufenthalt einen Nachweis verlangt. Sonst überzeugt oft ein Satz im Lebenslauf, der konkret beschreibt, wofür Sie Englisch nutzen.
- Cambridge English. Prüfungen für alle Stufen, im Beruf bekannt sind vor allem B2 First und die Prüfungen mit Wirtschaftsenglisch.
- IELTS. Verbreitet für Studium, Arbeit und Einwanderung in englischsprachigen Ländern. Das Ergebnis wird in Bändern von 1 bis 9 angegeben. Viele Stellen akzeptieren nur Ergebnisse, die höchstens zwei Jahre alt sind.
- TOEIC. Manche Unternehmen nutzen diesen Test, um die Englischkenntnisse ihrer Beschäftigten einzuschätzen. Das Ergebnis ist eine Punktzahl.
- telc English. Prüfungen an vielen Volkshochschulen, darunter Prüfungen mit Bezug zum Beruf.
Fragen Sie vor der Anmeldung, welche Prüfung und welche Stufe die Stelle anerkennt. Den Termin legen Sie so, dass Sie vorher mindestens einen vollständigen Übungstest unter Zeit geschrieben haben.
Englisch lernen mit Eduvant Sprachen
Eduvant Sprachen startet am 1. November 2026: eine App für Erwachsene, die Englisch oder Deutsch lernen, für Beruf, Prüfung und Alltag. Sie beginnt mit einer Einstufung, erstellt daraus einen Plan und übt Hören, Sprechen, Lesen, Schreiben, Grammatik und Gespräche im Rollenspiel, auch mit Wortschatz aus Berufsfeldern wie Pflege, Handwerk und IT. Für Prüfungen gibt es Probeprüfungen im Aufbau von Cambridge und IELTS. Mehr dazu auf der Seite Eduvant Sprachen.
Wenn Sie zusätzlich ein Deutsch-Zertifikat brauchen, hilft der Artikel Deutsch-Zertifikat: Goethe, telc oder DTZ.